Ein erstes Paradies

Mein nächster Schlag führt um mich um die Nordspitze Bornholms 27sm (ca. 50km) auf die kleine ehemalige Festungsinsel Christiansø. Viel wurde in Seglerkreisen bereits über dieses kleine Eiland geschrieben, so dass ich mir mal ein Bild machen wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Christiansø ist das erste kleine Paradies auf meiner Reise. Sie ist die größte der sogenannten Ertholmene, der Erbseninseln. Das ist eine kleine Gruppe von Felsen, mitten in der Ostsee. Christiansø wurde im 17. Jahrhundert zu einer Festungsinsel ausgebaut. Sämtliche Mauern, Batterien, und Gebäude, sind erhalten. Die ganze Insel steht unter Denkmalschutz, und man fühlt sich wie vor einigen Hundert Jahren. Die erste „Nonsuch“, die von Käpt´n Hornblower, hätte sich wohl eher nicht in die Nähe dieser Insel getraut 😉 .

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Trotz der kriegerischen Vergangenheit ist die Insel heute ein pures Idyll und ein Hort von Frieden und Stille. Neben einer Handvoll von Menschen,  einigen Seehunden und Abertausenden Vögeln bewohnt, fühlt man sich hier weit weg von aller Zivilisation, allen Problemen des Alltags. Um sich herum nur Wasser, und, bei gute Sicht, am Horizont das fast noch ebenso entrückte Bornholm. Ich habe die Gelegenheit dann auch gleich genutzt und nach den langen Schlägen der letzten Tage hier eine Pause eingelegt. Und das hat sich gelohnt. Die Inselbewohner sind sehr herzlich. Ich wurde sofort von einer auf der Insel lebenden deutschen Familie zum Abendessen eingeladen. Da ich es tags zuvor auch geschafft habe, mich an meiner 12V Steckdose tierisch zu verbrennen und den entsprechenden Adapter zu schrotten (Man sollte vielleicht doch nicht gleich einen ganzen 12V Wasserkocher an die Steckdose anschließen, Lektion gelernt), traf es sich gut, dass die Handwerker der Insel mir auch gleich mit einigem Improvisationstalent bei diesem Problem helfen konnten. Die Kühlbox läuft jedenfalls wieder 😉 . Ein riesiges Dankeschön dafür!!!

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Der schönste Moment auf dieser Insel war, trotz all der Gastfreundschaft, allerdings ein Anderer: Am Tag meiner Ankunft den Sonnenuntergang auf den alten Festungsmauern am Ostufer der Nachbarinsel Frederiksø zu erleben. Die Klippen unter mir, das Wasser und der Horizont vor mir, Gute Musik auf dem einen Ohr, das Meeresrauschen auf dem Anderen, und eine Dose Bier an der Hand. Mehr geht nicht. Ein purer Glücksmoment. Pure Begeisterung. Im Hier und Jetzt leben. Hier gelingt es zum ersten Mal so richtig.

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Ich habe in der freien Zeit hier auch viel über meine Reise nachgedacht. Ich fühle mich nach den langen Schlägen der letzten Tage schon so, als ob ich eine riesige Strecke hinter mir habe, und doch ist das erst der Anfang. Bastian Hauck sagte über diesen Flecken Erde, dass er sich frage, warum er so weit fahren musste, um einen der schönsten Flecken der Ostsee direkt vor seiner Haustür zu finden. Unheimlich schön ist es hier tatsächlich lieber Bastian, da hast du nicht zu viel versprochen, aber direkt vor der Haustür?? – Als mir diese Worte wieder einfielen, bin ich nur noch gespannter auf Alles, was noch vor mir liegt…

Als nächstes soll es nach Polen gehen!

 

 

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5 Gedanken zu “Ein erstes Paradies

  1. Das muss Mitte April wirklich herrlich sein dort. Ich wünsche Dir eine gute Reise nach Polen und frohe Ostertage.

  2. Hallo Max,
    Herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Blog. Ich werde deine Reise gerne weiter verfolgen. Wir sind auch Ostsee-Segler und können bestimmt von deinen Erfahrungen profitieren. Irgendwann wollen wir auch länger On Tour sein.
    Weiterhin gute Reise
    Tina SY Nelly

  3. Der Sonnenuntergang bei wolkenlosem Himmel ist dort wirklich malerisch…
    Unbedingt über die alte Festungsmauer „rund“ laufen – genial

  4. Hallo Max, wiedermal nen guter Blog. Mein Entschluss steht fest, da werde ich im Sommer auch mal längsseits gehen.

    Weiterhin Alles Gute

    Volker

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