Flaschenpost

Die Flaschenpost ist auch so ein alter Brauch, der auch heute immer noch seine Berechtigung hat. In den letzten Tagen habe ich also auch die ein oder andere auf die Reise geschickt. (Wie ist eigentlich der Plural von Flaschenpost?  – Kastenpost?).

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Schon komisch, in Zeiten von Handy, WhatsApp und Facebook, hat die Flaschenpost ihren Reiz noch immer nicht verloren. Ich habe mal darüber nachgedacht woran das liegt. Ich glaube ja es liegt vor allem an der Ungewissheit bei der Absendung, und gar nicht mal so sehr darum eine Antwort zu bekommen. Wer wird sie wohl finden? Oder wird sie überhaupt gefunden? Wie lange ist sie wohl auf Reisen? Die Flaschenpost wirft nur Fragen auf und regt zum Nachdenken an. Vielleicht wird meine Nachricht schon morgen von einem vorbei rasendem Frachter zermalmt. Vielleicht kommt sie auch niemals an. Vielleicht auch erst in vielen Jahren. Wer weiss das schon… Ich kann also noch in den nächsten Monaten und Jahren, wenn meine Reise schon lange zu Ende ist, darüber nachdenken, wo die kleine Flasche denn jetzt vielleicht ist. Am Meeresboden? An einem englischen oder schwedischen Strand auf Entdeckung wartend? Oder doch von irgendeiner Weltströmung aufgenommen und auf einer gaaaaanz langen Reise über die Weltmeere? Wer weiß das schon…. Sie könnte aber auch eine willkommene Erinnerung an einen vergangenen Moment des Glücks sein. Vielleicht bekomme ich nämlich irgendwannn eine Antwort. Und kann mich zurückerinnern an die schönen Tage im Skagerrak, auf dieser noch schöneren Reise, auf der ich die Grüße abgeschickt habe. Und irgendjemand hat sich vielleicht über die unverhoffte Botschaft gefreut. Auf jeden Fall gibt es nur Gewinner… Ein herrlicher Anachronismus der die Weite der Meere und der Seefahrt unterstreicht. Und keineswegs nur für Kinder ein Spass. Im Gegenteil. Ich glaube die ausgewachsenen gestandenen Seehelden denken noch eher über die Bedeutung nach 😉 . Also: Probiert´s doch einfach mal aus, und versendet auf eurem nächsten Törn eine Flaschenpost. Kein Törn ist zu klein dafür.Die Bedeutung bleibt immer die selbe…

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Das erste Modell war zwar verbesserungswürdig, mittlerweile bin ich dann auch zum Flaschenpost-Profi geworden. Eigentlich möchte ich ja irgendwie auch, dass sie gefunden werden. Also den Verschluss anständig verschweißt und verklebt, reichlich Erkennungsmarken in verschiedenen Farben anbringen (Übrigens auch innen, falls der Rest abgewaschen wird) und noch ein wenig mit Sand beschwert. So sollte eine reelle Chance bestehen. Und falls einer von euch eine findet: Immer schön antworten! 😉

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Jetzt bin ich gerade in Skagen und sitze nach einigen schönen Tagen auf See in der Sonne. Was meine Flaschenpost jetzt wohl gerade macht….?

 

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4 Gedanken zu “Flaschenpost

  1. Hallo Max,

    mit Interesse verfolge ich Deine Törns mit die schönen Berichte. Weiterhin viel Spaß und gutes Seglewetter.
    Zu Deinem aktuellen Beitrag hatte ich einen Vorschlag. Da das Thema „Meervermüllung durch Plastik“ doch immer mehr an Bedeutung gewinnt, wäre es m.E. eine gute Idee auf Glasflaschen (wie vor vielen, vielen Jahren) umzustellen. Wer mehr zum Thema wissen möchte: http://segelreporter.com/panorama/oceancleanup-crowdfunding-erfolgreich-uber-zwei-millionen-dollar-gesammelt/

    Alles Gute, Grüße
    Wolfgang

    • Hi Wolfgang,
      hehe, ne dabei habe ich mir schon was gedacht: Die Plastikflaschen sind leichter, ergo auffälliger, werden durch den Wind weiter getragen und im Zweifel eben auch durabler. Außerdem legt man es ja eigentlich darauf an, dass sie gefunden werden. Müll sieht für mich anders aus. 😉
      Trotzdem hast du natürlich auch Recht. Müll (der eben nicht als Flaschenpost recycelt ist 😉 gehört nicht ins Meer. Auf dem Weg nach Skagen hab ich mir da vor allem über die „vergessenen“ Utensilien unserer fischenden Freunde Gedanken gemacht…

      Liebe Grüße und fair winds,
      Max

  2. Pingback: Saisonuntergangserscheinungen | Sailing Nonsuch

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