Dzień dobry, Polska!

Jeder Ort muss verlassen werden. Die Schönen (leider) häufig viel zu schnell. Aber wenn der Wind erst aus West mit 3, Später dann Südwest 4 wehen soll, muss ich Christiansø verlassen. Bessere Bedingungen für den Schlag nach Polen kann man fast nicht haben. Kaum draußen schläft der Wind dann leider erstmal für die nächsten 3 Std. komplett ein. Na klasse… Ab dem Abend gab es dann aber als Ausgleich herrliches, wenn auch langsames Segeln und dazu einen herrlichen Sonnenuntergang. Die Nacht bleibt zum Glück ruhig. Leider aber auch extrem kalt, die Temperaturen gehen bis auf 1 Grad (!!) herunter. Am Anfang macht einem das noch nicht so wirklich etwas aus, aber Stunde um Stunde kriecht die Kälte dann tiefer in die Klammottenschichten. In den frühen Morgenstunden taute man dann nicht mal mehr in der Kajüte richtig auf. Umso mehr hab ich mich über die Sonnenstrahlen am Morgen gefreut.

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Gegen Mittag, nach 26h auf See komme ich dann in Leba an. Vor der Ansteuerung wird zwar immer gewarnt, sie gelingt bei dem leichten Wetter aber problemlos. Der Hafen ist wunderschön in einem Kiefernwald gelegen. Sofort fällt mit die Hilfsbereitschaft der Polen auf. Alles wird stehen und liegen gelassen um mir beim Festmachen zu helfen, die Gastflagge des Hafens so ungefähr noch vor´m Bezahlen gesetzt. Echt Klasse. Kaum angekommen, schwinge ich mich auch schon das erste Mail auf mein Rentnerfahrad um mal die Gegend auszukundschaften. Leider ist der Ort eine Geisterstadt. Eine Gastwirtschaft neben der nächsten, aber alles macht erst am 1. Mai auf. Leider war das im Hafen mit den Einrichtungen ähnlich… Also gehts auf zu Lebas Hauptattraktion: Die großen Dünen auf der Nehrung, die „Sahara Pommerns“. Selbst die großen Sylter Dünen sind nichts dagegen. Absolut atemberaubend. Vor allem fällt mir auf, wie still es in den Dünen ist. Man hört nicht mal den Wind. Genau wie schon auf Christiansø freue ich mich, dass ich schon so früh im Jahr unterwegs bin. Ich glaube beide Orte verlieren ihren Reiz bei viel Andrang in der Hochsaison… Leider passiert das in dem Moment denkbar Schlimmste nach den Besuch der Dünen: Platter Reifen. Verdammt, die hatte ich doch extra vor der Abfahrt noch mal angeschaut. Unter wüsten Flüchen (gut, dass ich allein im Nationalpark bin 😉 ) und Gemaule laufe ich die 10km zum Hafen zurück. Das war also die Belohnung dafür, dass ich mich nach 26h auf See noch zu Sightseeing aufgerafft habe 🙂 . Wenigstens hat bei meiner Rückkehr in den Hafen das Hafenrestaurant auf einmal doch geöffnet.

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Eigentlich wollte ich jetzt mal einen Hafentag einlegen. Doch daraus wird leider nichts. Wieder einmal bin ich Getriebener des Wetters. Der Grund: am Samstag, also übermorgen, soll Ostwind aufziehen. Das heißt aufkreuzen. Das muss ich an der polnischen Küste nicht unbedingt haben, vor allem, da die Distanzen zu den nächsten Häfen eben schon 38sm, und dann noch einmal 25sm sind. Das wird gekreuzt dann mal eben locker zu 80-90 sm. Also gehts am nächsten Morgen schon weiter Richtung Wladyslawowo. Und was kommt vor dem Winddreher? Richtig! Flaute. Also mal wieder den Diesel bemühen…. Hab ich mich etwa gerade beschwert? – Die Strafe folgt umgehend. Der Wind dreht schon nachmittags auf Ost, die letzten 15sm (netto) werden aufgekreuzt. Wenigstens bei herrlichem Wetter. Normalerweise macht mit Kreuzen bei Bft. 4 und Sonne Spaß. Nonsuch ist zwar am Wind nicht die schnellste, aber sie geht sehr weich und trocken durch die Wellen. Heute bin ich aber irgendwie angespannt. Ich denke kurz nach, wandere mit den Augen die Küste ab, und komme schnell darauf woran es liegt: Ich habe echt Respekt vor dieser Küste. Seit 2 Tagen nun fahre ich sie entlang. Sie ist schön anzuschauen, mit dem breiten Sandstreifen und dem unendlichen Kiefernwald dahinter. Auf der anderen Seite aber auch sehr eintönig. Und vor allem respekteinflößend. Es gibt sehr wenige Häfen, keine Einschnitte oder Buchten in denen man sich verkriechen könnte,  und ich will hier wirklich nicht bei dem falschen Wetter unterwegs sein. Der Weg nach Wladyslawowo wird durch den auffrischenden Ostwind etwa 4 Std. länger. Ok, geschenkt. Aber was ist, wenn einen hier mal ein richtig blöder Wetterumschwung erwischt?

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Abends erreiche ich dann Wladyslawowo. Polens größter Fischereihafen. Auch hier ist aber leider wieder Totentanz. Zum Glück finde ich noch eine geöffnete Pizzeria in der Stadt. Dort treffe ich noch 2 deutsche Meeresbiologen. Nach ein paar gemeinsamen Bieren, falle ich todmüde in die Koje. Morgen noch mal eine gute Strecke segeln. Dann ist erstmal Pause angesagt. Hoffentlich…

Der Wind soll auf Nordost drehen, perfekt für die Passage um die Halbinsel Hel nach Gdynia. Denkste. Ost, 2 ist draußen. Nach den anstrengend letzten Tagen habe ich keine Lust auf Aufkreuzen, wieder einmal muss der Diesel ran. Das muss ab Danzig echt anders werden. Ich habe dann aber auch eines der schwierigsten Stücke mit der pommerschen Küste hinter mir. Dieses Stück bis in die Danziger Bucht wollte ich so schnell wie möglich hinter mich bringen. Zu groß ist hier das Risiko in Wetterprobleme zu geraten, oder andererseits tagelang irgendwo festzuhängen. So gesehen habe ich, trotz der vielen Motorstunden, echt Glück mit dem Wetter.

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Gdynia ist wirklich nett. Es ist Ostersamstag und es ist eine Menge los in der Hafengegend (Der Hafen selbst ist natürlich wieder im Winterschlaf 😉 ). Die Stadt ist recht jung und eng mit der jüngeren Geschichte Polens verknüpft. Auch merkt man sofort, dass die Stadt von der Seefahrt lebt. Ein Marinemuseum, Dutzende Museumsschiffe, haufenweise ansässige Schifffahrtsunternehmen, hier ist Seefahrt. Ich mag es hier sofort. Der Strand sieht auch sehr vielversprechend aus… 🙂 Ein erster Stadtrundgang endet bei einer unter Seglern bekannten Sushibar in Hafennähe. Ich entschließe mich dann aber doch noch am nächsten Morgen nach Sopot weiterzuziehen. In der dortigen Marina soll bereits alles geöffnet haben. Das erscheint mir besser für einen Pausentag. Und dann kommt da ja noch Danzig, welches ich am Horizont schon sehen kann… 🙂

 

 

 

 

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