Und weiter gehts: Klaipeda

Nach einer Woche in Königsberg war es an der Zeit, weiter zu ziehen. Und so machte ich am Montagmorgen die Leinen im Kaliningrad Yacht Club los. Dort habe ich noch einen schönen letzten Tag mit den russischen Seglern verbracht. Diverse Stander, Alkoholika und andere Souvenirs wechselten die Besitzer. Es war wirklich toll wie willkommen Gäste dort sind. Das habe ich noch nie irgendwie so erlebt.

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Nach der Fahrt durch den Königsberger Seekanal war der russische Zoll in Baltijsk meine nächste Station. Würde alles so glatt gehen wie bei der Einreise? Ich wurde mit „Hello Mr. Captain“ empfangen. Das Ende der Geschichte: Es war die lockerste Zollabfertigung bisher. Es wurde gelacht, deutsche Schimpfwörter ausprobiert, von allen besuchten Urlaubsstationen in Deutschland erzählt. Nebenbei waren dann noch 15 min. Papierkram zu erledigen. Kurzum: Der russische Zoll tut nur seinen Job. Hier hat man wirklich nichts zu befürchten. Alle Horrorgeschichten sind nicht wahr. Oder man ist hier einfach wesentlich weltoffener geworden. Dass dies selbst in dieser politisch angespannten Zeit gilt, hat mich umso mehr gefreut und überrascht.

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Es herrschste Sonnenschein. – Toll, oder? – Leider herrschte dazu auch bleierne Flaute. Nicht der leiseste Hauch Wind regte sich. Dazu stand eine alte Dünung von ca. einem Meter. Da die Wellen hier draußen aber sehr lang sind, hat das nicht mal wirklich gestört. Ich war den ganzen Nachmittag völlig fasziniert von der Bewegung des Meeres und den Farbenspielen. Pünktlich zum Abendessen zog dann auch wieder Wind auf. Zwar kamen bei diesem Trip also wieder einige Motorstunden zusammen, aber die Anblicke des Nachmittags entschädigten mich vollends dafür. Die Nacht verlief dann auch, abgesehen von einigen unbeleuchteten und nicht in der NV Seekarte eingetragenen Tonnen, recht ereignislos. Ich konnte einige Schlafphasen einlegen und erreichte pünktlich zum Sonnenaufgang litauische Gewässer. „Sailing Vessel NONSUCH, please answer Lituanian Coast Guard“ Wieder einmal läasst das AIS die Behörden (und mich) ruhiger schlafen. Leider ließ der Wind dann auch wieder nach… War mir aber egal: Nach einer Woche in Russland hatte ich wieder europäisches Handynetz! Mittlerweile ist mobiles Internet in ganz Europa ja ganz erschwinglich, und ich hatte einiges aufzuholen. Da verging die letzte Stunde unter Motor bis zum Hafen wie im Fluge.

Kaum vor der Drehbrücke des Hafens festgemacht, kamen dann auch gleich 2 sehr nette litauische Zöllnerinnen, die ganz angetan von meinem Gesegle waren und mir noch Gesellschaft geleistet haben bis der Hafenmeister die Brücke für mich geöffnet hat. So kam ich dann im Burghafen in Klaipeda an. Dieser liegt total genial gelegen im Burggraben der alten Deutschordensburg, die den Grundstein der alten Stadt Memel bildete. Für einen Geschichtsfreak für mich natürlich total faszinierend 😉 . Im Hafen lernte ich dann noch Roland und seine Frau kennen. Die ersten deutschen Segler die ich seit der Schlei zu Gesicht bekam. Wir werden uns wohl diesen Sommer noch das ein oder andere mal über den Weg laufen….

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Die Stadt selbst ist ganz nett, aber weitaus nicht so top restauriert wie in Polen. Dafür sind die Litauer um so freundlicher und hilfsbereiter. Ich fand auch endlich einen Fahrradladen um mein, bereits seit Leba, plattes Rentnerrad wieder in Gang zu bringen. Und das litauische Bier schmeckt übrigens auch ganz hervorragend! 😉

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