Bornholm

Zur Zeit bin ich auf Bornholm. Ich fürchte allerdings, dass ich demnächst Ärger mit der Gewerkschaft der Bootsmotoren bekomme, es soll dort eine Beschwerde eines 1GM10 eingegangen sein…

In Wismar angekommen hatte ich nicht schon wieder Lust auf Hafentag; trotz Flaute. Grund dafür war vor allem, dass nach den Flautentagen wieder schweres Wetter aufziehen sollte. Auf ungewisse Zeit am selben Ort festhängen wollte ich aber nicht schon wieder. Also machte ich mich per Motor auf die Socken Richtung Kühlungsborn. Statt Wind gab es wenigstens Sonnenschein. Auch nicht schlecht. Die Zeit verging rasend schnell und ich hab ,neben der Navigation, gerade mal die neue „Yacht“ während der Zeit durchbekommen. So kann das nicht weitergehen, schließlich hab ich ein volles Bücherschapp…

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Als ich in Kühlungsborn dann so beim Abendessen mit Blick auf die Ostsee im sehr empfehlenswerten Hafenrestaurant saß, kam mir so ein Gedanke: Warum nicht gleich weiter? Kurzer Wettercheck, ein paar mal hin und her überlegt. Ne Tanke gabs im Ort, da ich den ganzen Tag nur motort habe, fühlte ich mich fit, also auf nach Bornholm! Es war zwar absehbar, dass ich die meiste Zeit motoren müsste, aber ich glaube auf der Strecke nach Bornholm kann einem wettertechnisch deutlich schlimmeres passieren. Außerdem wollte ich dort eh einige Tage verbringen, das trifft sich doch gut mit dem aufziehenden Starkwind.

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Pünktlich zum Sonnenuntergang war ich draußen und fuhr wieder mal in die Nacht hinein. Es war sternenklar. Wunderschön also. Und ich endlich kam ich auch mal zum Lesen. Die Nacht durch habe ich ein ganzes Buch geschafft. Puh, gerade noch mal Glück gehabt…

Morgens zog dann leider Nebel auf Sichtweiten um die 150m, hier hat das AIS wieder gute Dienste geleistet. Nördlich von Rügen waren sogar 80% der kleinen Angelboote damit ausgerüstet. Ich kann gar nicht oft genug erwähnen für wie wichtig ich diese Anschaffung halte. Jeder einzelne Euro (und das waren schon ein paar 😉 ) dafür hat sich bisher bezahlt gemacht. Meiner Meinung nach ist ein Transponder sogar noch wichtiger als ein Plotter oder die Logge. Die war nämlich auf dem Weg nach Wismar zwischendurch arbeitsfaul, und das AIS hätte ich glaube ich mehr vermisst. 😛

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Der Nebel verzog sich aber erwartungsgemäß im Laufe des Morgens wieder. Die offene Ostsee war später komplett leer und gehörte mir komplett allein. Dazu wolkenloser Sonnenschein, ne kalte Cola, und die Stereoanlage lief, ebenso wie der Yanmar, auf Hochtouren. Glücksgefühle stellten sich ein, es konnte mir nicht besser gehen als an diesen Morgen.

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Solche Euphorie wird einem auf See leider schnell heimgezahlt. Später zog sogar noch eine leichte Backstagsbrise von 3-4 auf. Besser gehts nun also echt nicht mehr, oder? Pustekuchen, irgendwem im Firmament schien mein Dauergrinsen wohl nicht gefallen, und so kam keine 5 min. später, noch bevor alle Fallen vom Segelsetzen wieder klariert waren, pottendicker Nebel dazu. Knappe 100m Sicht. Scheiße, nicht schon wieder! Mit einem Mal war die gute Laune verflogen. Manch einer mag sich jetzt vielleicht fragen: Nur wegen dem bisschen Nebel? Ja. 50km vom nächsten Land entfernt, mit angesagtem Starkwind für später, 24h bereits wach, reicht das. dafür. Dazu kommt, dass Bornholm ja nun als Fischerinsel bekannt ist. Und die haben nun mal nicht alle AIS. Der Gedanke, dass jede Sekunde einer von denen 100m vor dir auftauchen könnte, so dass eine Kollision praktisch nicht mehr zu vermeiden wäre, zerrt gewaltig an den Nerven. Dieser Nebel hielt sich dann auch bis nach Bornholm. „Bornholm – die Sonneninsel“ lautet der Touristikslogan. Pustekuchen, ich war froh, dass ich die Mole aus nunmehr 200m Entfernung erkennen konnte. 30 Std ( Plus 2 Std. Pause in KüBo) auf See, 5 Std. Anspannung und Ausguck im Nebel. Ich war fix und alle. Für ein Stegbier hats noch gereicht, Abendessen war nicht mehr drin. Ab in die Koje.

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Nach einem großen Frühstück und ´ner durchschlafenen Nacht schaut die Welt dann schon wieder anders aus, und ich habe heute dann Rönne, die Hauptstadt Bornholms, unsicher gemacht. zum Ausgleich wenigstens heute in strahlendem Sonnenschein. Echt nett hier. Nun werde ich mal schauen wie sich das Wetter entwickelt und entweder morgen weiter ziehen, oder noch ein paar Tage hier abwettern und die Insel erkunden. Dann aber ganz sicher ohne Motor. Der hat seinen Job auf dem Weg hierher ausgezeichnet gemacht, und Probleme mit der Motorengewerkschaft und entsprechenden Streiks will ich nun echt nicht haben… 😉

 

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3 Gedanken zu “Bornholm

  1. Moin Max,

    wie Recht Du hast. Sowohl mit Deiner neuen Schraube als auch mit dem Transponder!
    Wir haben auch im vergangenen Jahr bei SPW ne neue Schraube gekauft und haben ähnlich gute Erfahrungen mit nem Speedzuwachs gemacht. Zwar nicht, weil unsere alte Schraube nicht zu unserer Maschine gepasst hat, sondern weil wir nen Festpropeller gegen nen Verstellpropeller getauscht haben. Aber sei’s drum. Die bei SPW machen nen guten Job und auch bei uns loggen wir jetzt fast nen Knoten mehr bzw. fahren mit niedrigerer Drehzahl bei gleichem Speed.
    Und auch mit dem im letzten Jahr angeschafften AIS-Transponder kommen wir zum gleichen Ergebnis wie Du. Man fühlt sich einfach sicherer. Und nebenbei gibst Du uns die Chance, Deine Tour mit zu verfolgen.

    Wir freuen uns schon auf Deine weiteren Meldungen.

    Viele Grüße

    Sailsmen

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